Festung Hohensalzburg

Zur Geschichte
1077 wird von Gebhard (1010–1088) mit dem Bau eines Wohnturmes – der heute noch den Kern des Hohen Stockes darstellt – einer Kirche und eines Wohngebäudes samt zugehörigem Mauerring begonnen. Da Gebhard jedoch im Zuge des Investiturstreites ins Exil musste, wurde dieser Bau erst unter dem vom Kaiser eingesetzten Gegenerzbischof Berthold von Moosburg und unter Erzbischof Konrad von Abensberg (1106–1147) beendet.
Vom 12. Jahrhundert bis zum 13. Jahrhundert wurde durch die Anlage des äußeren Festungsrings schon weitgehend die heutige Ausdehnung der Burg festgelegt.
1462 wird unter Burkhard II. von Weißpriach (1461–1466) die Ringmauer durch vier Türme (Glockenturm, Trompeterturm, Krautturm, und Schmied- oder Arrestantenturm) verstärkt, der östliche Aufgang über den Nonnberg durch eine meterdicke Mauer geschützt und die Südseite der Burg durch eine Bastei befestigt.
Unter Weißpriachs Nachfolger Bernhard von Rohr (1466–1481) erfolgte ab 1479 die Erhöhung der alten Ringmauer und die Anlage des sogenannten Schlangengangs, die zur Verteidigung nach Osten zum Nonntal und zum Stift Nonnberg hin diente.
Johann III. Beckenschlager (1481–1489) ließ den „Hohen Stock“ zu einem viergeschossigen Wohnbau ausbauen. Hinzu kamen das erste Zeughaus sowie der Schüttkasten. An diesem findet man heute noch das Wappen von Beckenschlager – das älteste auf der Festung Hohensalzburg noch vorhandene.
Leonhard von Keutschach (1495–1519) baute die Festung zwischen 1495 und 1519 weiter aus und setzte so ein sichtbares Zeichen seiner Macht. Er ließ den Hohen Stock im zweiten und dritten Obergeschoss ausbauen und ihn um das Stockhaus erweitern, das an der Stelle der früheren Kapelle errichtet wurde. Im Laufe seiner Regentschaft wurde die Festung ein vornehmer spätgotischer Regierungssitz, wie die prunkvollen Fürstenzimmer auch heute belegen.
Der Erzbischof ließ zur Verbesserung der Wasserversorgung im Belagerungsfall eine neue Zisterne anlegen und einige bestehenden Türme erhöhen. Auch der Reißzug, heute die weltweit älteste erhaltene Standseilbahn, der Kuchlturm und die Bäckerei sowie mehrere Tore (Rosspforte, Schleuderpforte) und das Gebäude an der Höllenpforte entstanden unter Leonhard von Keutschach. Als markantestes Werk gilt die - ähnlich einer überdimensionierten Spieluhr - mit einer Walze betriebene Orgel im Krautturm, der Salzburger Stier. Er ist heute das älteste betriebene Orgel-Hornwerk weltweit.
Das Geld für die rege Bautätigkeit kommt großteils aus dem Salzbergbau am Dürrnberg bei Hallein, aber auch aus dem Bergbau in den Tauern. 1555, in der Blütezeit des Goldbergbaus, betrug die Jahresproduktion immerhin knapp 831 kg. Bei den Bergknappen entsteht aber auch eine Speerspitze des zunehmenden Widerstandes gegen die Erzbischöfe (Bauernaufstände).
Unter Matthäus Lang von Wellenburg (1519–1540) erreichten diese Bauernaufstände ihren Höhepunkt. Vom 5. Juli bis zum 31. August 1525 belagerten Bauern und Bergknappen den Fürsterzbischof in seiner Festung. Diese Auseinandersetzung bildet die größte Herausforderung für die Festung Hohensalzburg in ihrer 900-jährigen Geschichte. Die Festung jedoch blieb uneinnehmbar.
Wolf Dietrich von Raitenau (1587–1612) trug wenig zum weiteren Ausbau der Festung bei, er widmet sich fast ausschließlich seinen vielfältigen Baumaßnahmen in der Stadt. Dennoch wurde die Burg sein Schicksal. Von seinem Nachfolger Markus Sittikus von Hohenems (1612–1619) wurde er hier bis zu seinem Lebensende gefangen gehalten.
Paris von Lodron (1619–1653) ließ die Stadt Salzburg in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges mit weiträumigen starken neuen Wehrbauten befestigen und band die Festung Hohensalzburg dabei in sein Verteidigungskonzept ein. So entstand in seiner Regierungszeit die mächtige Hasengrabenbastei, die „Hohe Schanze“, die großen Bastione und der Pulverturm. Ebenso ließ er zum Schutz vor der stärker gewordenen Artillerie mächtige Vorbauten wie den Ersten Sperrbogen (Lodronbogen), das Vorwerk der „Katze“ samt zwei Wehrtoren mit einem Sperrwall an der Scharte anlegen oder erheblich ausbauen. Er verstärkte dabei auch alle Wehrmauern, die die Festung mit der Stadt Salzburg verbinden.
Unter Max Gandolf von Kuenburg (1668–1687) entstand 1681 die 30 m hohe und mehrere Meter dicke Feuerbastei (auch Kuenburgbastei genannt) an der Nordseite als jüngster großer Wehrbau der Festung.
Nach einem Inventar von 1790 enthielt die Rüstkammer damals über 100 vollständige Reiterrüstungen, über 1100 Brustharnische, Spieße und Helmbarten. Außerdem gab es 415 Mörser, 460 eiserne und 130 bronzene Kanonen. Allerdings waren die meisten davon wohl damals bereits Museumsstücke.
Während der Napoleonischen Kriege leistete die Stadt den einrückenden Franzosen keinen Widerstand. Die Festung wurde den Franzosen kampflos übergeben. Daher musste diese Burg auch nicht auf Anordnung der Franzosen geschleift werden (wie die Grazer Burg) und blieb erhalten.
Wegen der anschließenden Verwahrlosung und eines Brandes von 1849 musste 1851 eine umfangreiche Restaurierung erfolgen, die sich in erster Linie auf die Innenräume bezog. In den darauffolgenden Jahren wurde die Festung schließlich als Depot und als Kaserne verwendet. 1861 wurde Hohensalzburg von Franz Joseph I. als Festung aufgegeben, wurde aber weiter als Kaserne genutzt.
Um 1900 erfolgte aus touristischen Gründen der Bau der Festungsbahn zur Hasengrabenbastei, die zuerst mit der Wasserkraft betrieben worden war. In den Jahren 1951 bis 1981 erfolgte eine aufwändige statische Absicherung der gesamten Anlage. Die Burg, ehemals Eigentum des Fürsterzbischofs befindet sich heute im (treuhänderischen) staatlichen Eigentum Österreichs. Als Wahrzeichen der Stadt Salzburg wird sie in erster Linie touristisch genutzt.
Quelle:
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Oben: Nonnenbergbastei mit Bürgermeisterturm.

Oben: Tor des Lodron-Bogens (1. Sperrbogen).

Oben: Aufgang zum Keutschach-Bogen (2. Sperrbogen).

Oben: die Schlosswache.

Oben: der Schlangengang.


Oben: links ist der Glockenturm zu sehen.

Oben: Blick auf die Innere Bastei.

Oben: links oben Altes Zeughaus und Geyerturm.

Oben: Reste der Stadtmauer.

Oben: Großer Burghof und Durchgang zum Hohen Stock.

Oben: Wappen von Erzbischoff Leonhard, welcer dem Hohen Stock erweiterte.

Oben: Darstellung von Erzbischoff Leonhard.

Oben: Tür in der Goldenen Stube zum Goldenen Saal.

Oben: innere Bastei und Reckturm.

Oben: bei Bauarbeiten im Museum entdeckter und teilweise restaurierter Bogen.

Oben: Wappen des österreichischen Bundeslandes Salzburg.

Oben: Waffen im Muesum - mal ganz anders präsentiert.

Oben: Bürgermeisterurm Mitte und rechts Wachturm der Kuenburg-Bastei.
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Oben: der Goldene Saal.
Allgemeine Infos
| Zugänglich? |
Ja, mit Audioguide. Es wird empfohlen zur Festung hoch zu laufen.
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| Parken? |
In der Tat ein Problem.
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Weblinks
Offizielle Webseite
Lageplan per Google Maps:

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